Mitgliederinformation zur Notärztlichen Vergütung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Inzwischen ist die neue Vergütungsvereinbarung zwischen den Spitzenverbänden der sächsi- schen Krankenkassen unterschrieben und alle Gremienvorbehalte ausgeräumt, die Mitglieder- versammlung der AGSN hat am 06.12.2019 der Vereinbarung zugestimmt.

An den Verhandlungen mit den Verbänden der sächsischen Krankenkassen hatten unsererseits Michael Hinkelmann (Lichtenstein), Jörg Fritsch (Freiberg), Torsten Wolf (Leipzig) und seitens des Vorstandes Henrik Rüffert (Schkeuditz), Sven Spenke (Annaberg-Buchholz) und Thomas Zeidler (Grimma) teilgenommen, an dieser Stelle sei den Kollegen noch einmal herzlich für ihr Engagement gedankt!.

Die AGSN strebte eine Beibehaltung der bisherigen Vergütungssystematik aus Einsatz- und Zeit- vergütung an, die sich in der Vergangenheit bewährt hatte. Auch war die Verbesserung der Zeit- vergütung im Zuge der letzten beiden Vergütungsvereinbarungen ein Schritt in die richtige Rich- tung, um die ländliche Standorte zu stärken, ohne die städtischen Bereiche unangemessen zu belasten.

Außerdem war in Sachsen ein deutlicher Rückgang der Einsatzzahlen um nahezu 25% zu ver- zeichnen, so dass auch dadurch eine Verbesserung der Bereitschaftsvergütung dringend gebo- ten war, um keine Verschlechterung der Vergütungssituation in Kauf nehmen zu müssen. Folgerichtig forderten wir eine merkliche Verbesserung der Bereitschaftsstundensätze unter Bei- behaltung der gegenwärtigen Einsatzpauschale.

Außerdem schlugen wir eine Ausweitung der bisherigen Zusatzvergütung zu Weihnachten und Silvester auf alle gesetzlichen Feiertage vor.
Ebenso war eine Senkung der Verwaltungspauschale von gegenwärtig 2,5% auf zumindest 2% anzuregen, durch die vollumfängliche Umstellung auf elektronische Abrechnung ist das überfällig.

Nach mehreren intensiven und auch kontrovers geführten Gesprächen in Grimma, Chemnitz und Freiberg und Zustimmung der Gremien beider Verhandlungspartner ist nun das Ergebnis in der Vergütungsvereinbarung fixiert, über die Vergütungssätze hat bereits die KVS in direkten An- schreiben an die notärztlich tätigen Kollegen informiert.

Insgesamt kommt es zu einer Erhöhung der notärztlichen Vergütung um insgesamt 10,4% ge- genüber den letzten beiden Jahren.
Die Stundensätze in der Normalzeit steigen um 24%, in der Sonderzeit um knapp 15%.
Nicht verhindern, aber immerhin begrenzen konnten wir eine Absenkung der Einsatzvergütung um 7,50 EUR, die Kostenträger hatten 15,– EUR gefordert.

Die bisherige Zusatzvergütung wird verdoppelt und häufiger als bisher, nämlich an allen gesetz- lichen Feiertagen und damit verbundenen Brückentagen sowie Ostersonntag, Pfingstsonntag, Heiligabend und Silvester, insgesamt an 18 Tagen im Jahr gewährt.
Die Verwaltungspauschale sinkt auf 2%.

Die Laufzeit der Vereinbarung beträgt 2 Jahre, also bis zum 31.12.2022.

Vor allem in Anbetracht der weiter sinkenden Einsatzzahlen halten wir das Ergebnis für tragfähig, eine stabile Vergütung für alle Notärzte in Zukunft zu sichern und Kollegen zu motivieren, auch im ländlichen Raum und auch an Tagen mit hohem Freizeitwert Dienste zu versehen und die notärztliche Versorgung landesweit sicherzustellen.

Erst ab einer (durchschnittlichen) Einsatzzahl von 18 pro 24h wird der Vergütungszuwachs der Bereitschaftszeit durch die geringere Einsatzvergütung aufgehoben, diese Zahlen werden auch in den Großstädten bei weitem nicht erreicht.

Der Vorstand dankt allen Mitgliedern, welche sich durch Hinweise, Lob und auch Kritik in die Verhandlungen eingebracht haben und hofft auf einen fortbestehenden regen Meinungsaus- tausch zur Vergütung und aktuellen notfallmedizinischen Themen insgesamt!

DM Sven Spenke (Vorstandsvorsitzender der AGSN)

Dr. med. Thomas Zeidler ( stv. Vorstandsvorsitzender)

Postanschrift

Erzgebirgsklinikum Annaberg gGmbH Chemnitzer Straße 15 09456 Annaberg-Buchholz
Vereinsregister AG Leipzig V.R. 373